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  • Familienfahrt

    Good evening 🌛 and good morning, wherever you are. This week I am an early bird (or bat).

    In January, I wrote a story about love, family, freedom, partying and a special place in Greece. Music plays a big part in this story, and this time, having written this fictional text, eventually influenced my real life. (Can’t say for sure)

    I am looking forward to your comments and wish you a beautiful day.

    Photo by Emmanuel Hernu00e1ndez on Pexels.com

    Die Kinder winken lächelnd den Menschen in den anderen Autos zu. Wir sind keine der Eltern, die das kommentieren. Wir sind keine der Eltern, die das fördern oder verhindern wollen. Wie sich die Kinder während der langen Autofahrt unterhalten, sollen sie selbst entscheiden. Wir sind nicht wie unsere Eltern, bei denen es unzählige Regeln zu befolgen gab und sogar, wenn man sie befolgte, man ab und zu eine Ohrfeige bekam oder sich für etwas entschuldigen musste, was man nicht verstanden hatte. Mein Onkel Tschockerl hatte schon mit dreißig eine Glatze – und im Gegensatz zu meinen Eltern war er nie beleidigt, sondern zwinkerte mir und meinem Bruder zu, steckte uns heimlich gefaltete Geldscheine in die Jackentasche und bot uns Zigaretten und Schnaps an, sobald wir vierzehn waren. Heutzutage grüßen unsere Kinder Großonkel Tschockerl nicht einmal von sich aus. Eine ihrer Entscheidungen.

    Unsere Fahrt letztes Jahr war anders. Wir mussten besonders lange an der Grenze warten, und das mit quengelnden Kindern. Aus dem Audi vor uns stieg plötzlich ein junger Mann, lächelte und schenkte mir und meinem Mann je einen Energy Drink. Schon lange bevor wir die Kinder bekommen haben, hatten wir keinen Energy Drink mehr getrunken. Früher tranken wir zumindest jedes Wochenende zwei oder drei, mit Wodka versteht sich – die wahrscheinlich ungesündeste Mischung. Heute kann ich nicht mehr schlafen, wenn ich nach 15 Uhr Kaffee trinke.

    An diesem Tag im Auto haben wir ihn beide getrunken, den Energy Drink. Wir schalteten die Musik von früher ein. Die Proteste der Kinder ließen nach dem zweiten Lied bereits nach und auch sie versuchten, mitzusingen. Because we are your friends[1]…. An diesem Tag dachten wir an die Sommer in Griechenland. An unsere Insel und all die durchtanzten Nächte und heißen Strandtage mit unseren Freunden. Mr. Brightside war unser Lieblingslied gewesen und sogar ich, die sonst nicht freizügig war, zog damals im Club ihr Shirt aus und wirbelte es, wie mein Mann seines – in diesen Jahren stolz auf seinen Oberkörper – in der Luft. Wir kreischten beide zu:

    Jealousy

    Turning saints into the sea

    Swimming through sick lullabies

    Choking on your alibis

    But it’s just the price I pay

    Destiny is calling me

    Open up my eager eyes

    ‚Cause I’m Mr. Brightside[2]

    An diesem Tag im Auto schauten uns die Kinder mit großen Augen an. Ihr Blick kreiste zwischen Bewunderung und Peinlichkeit. Wir öffneten die Fenster auf beiden Seiten, was wir sonst nie taten. Den Kindern könnte die Zugluft schaden. An diesem Tag öffneten wir sie, tranken aus umweltfeindlichen Dosen, stellten uns den Wodka dazu vor und sangen – wie damals – laut und falsch zu Mr. Brightside.

    An diesem Tag sahen wir beide mit unseren roten Sonnenbrillen in den Rückspiegel und spürten das Verliebtsein wieder. Den Rausch, die Leichtigkeit, die Freude am Streit, den vielen Sex, die Eifersucht, die banalen philosophischen Erkenntnisse, die uns nächtelang betrunken vor der kleinen, weiß bemalten Steinmauer auf unserer Insel, beschäftigten. All die Gründe, warum wir zu einem Wir geworden waren. All die Gründe, warum wir plötzlich, nach Jahren der eigenartigen Jugend, Verwirrtheit und Launenhaftigkeit glücklich gewesen waren. An diesem Tag im Auto waren sie plötzlich alle wieder da.

    Dieses Jahr ist es wie immer. Die Kinder winken Fremden und mein Mann lächelt seinen weiß leuchtenden Bildschirm an. Mir ist heiß und ich möchte nicht dieses Auto fahren.

    Es wird unsere letzte gemeinsame Fahrt sein. Unsere letzte gemeinsame Familienfahrt. Wenn ich mutig genug bin, was ich nicht weiß. Mein Mann ahnt es vielleicht. Auch wenn er seit Jahren nicht mehr nachfragt, hat er doch diese feine Empfindung für meine Gefühle immer schon gehabt und kennt mich manches Mal besser als ich mich selbst.

    Unsere Kinder ahnen nichts. Sie kennen uns nicht anders. Sie sind gewohnt, dass wir die Liebe, die uns an einem kräftezehrenden Tag übrigbleibt, ihnen schenken. Dass wir Freitagabend streiten und am Sonntag versuchen, Idylle aufzubauen, wie eine klumpige, feuchte Sandburg. Nur letztes Jahr, an diesem Tag im Auto, da sahen sie uns, wie wir, wir als WIR, wirklich waren.

    Seit diesem Tag im Auto möchte ich mein kleines winziges Puzzleteil, eines der bunten Kinderpuzzles mit zu vielen Teilen, mein Teilchen dieser Freiheit und dieses riesig starken Lebensgefühls zurück. Ich habe ein Jahr lang an nichts anderes denken können. Doch mein Mann hat den Tag wieder ausradiert. Mit der Rückseite des Bleistifts meiner kleinen Tochter. „Mach dich nicht lächerlich,“ sagte er noch in denselben Ferien.

    Ich hätte nicht in den Rückspiegel sehen dürfen.





    [1] Justice: We Are Your Friends

    [2] The Killers: Mr. Brightside









    Barbara Dvoran

    Thank you, #kkl Magazin, I wrote and published this story for you.

    PS: If you would like to buy me a coffee ☕, you can find me on Wise or PayPal ✍🏼🙂

  • Bigoli e tiramisù

    When I visited Treviso, Venice, Padua, and—quite by accident—two other places last November, I kept a sort of travel diary in Italian. Writing in a language other than my mother tongue is challenging indeed. At the same time, it’s wonderful, because I feel and think differently in Italian. Therefore, I ask you to overlook any minor inconsistencies and join me on a journey to beautiful Veneto.

    By the way: Bigoli is a type of delicious pasta that’s typical of Padua, and the world-famous tiramisu comes from Treviso. I’ve never had any as good as the one there.

    Un po’ di nebbia

    Stasera. Una notte. Vorrei fermarmi di più.

    È particolare fermarsi solamente per una sera. Una sera, una notte e una mattina.

    Poi Padova. Pasta e Padova.

    Posti nuovi, notturni e bianchi.

    Una luce lampeggiante

    Ho caldo. Indosso il piumone pesante, i guanti e la cuffia di lana. Non trovo l’uscita. Io ed un’altra signora austriaca, turista come me, ci perdiamo e facciamo dei giri strani. Entro in biglietteria. Qui a quest’ora ancora lavorano. Chiedo indicazioni per l’uscita. Una richiesta strana. Ma l’impiegata mi risponde gentilmente e mi fa il segno di chiudere la porta, per favore. Lei non sente tutto questo caldo.

    Finalmente sono fuori. Lavori in corso. Dove sono le strisce? Dov’è il semaforo? Aspetto il momento opportuno per non essere investita davanti la stazione di T. e attraverso… che coraggiosa che sono.

    Cammino verso il fiume, praticamente al buio. Mentre passo, un lampione stradale lampeggia. Poi, come se niente fosse torna a comportarsi normalmente, illuminando un po’ in giro. C’è anche del silenzio, interrotto dal suono di una campana. Benvenuta, mi dice. Arrivo prima del previsto. Forse in Italia si cammina più piano per contemplare meglio.

    Il custode del B&B mi accompagna in camera. Il tragitto sembra infinito. Entriamo, usciamo, tutto dritto, poi una porta che ‘si prega di non sbattere’, un salone con una ragazza che guarda la TV, una poltrona e una sala per la colazione.

    All’improvviso davanti a me c’è questo nome; su un calendario con tutti gli onomastici di questo mese.

    Terzo piano. Un’altra porta che ‘si prega di non sbattere’. Il corridoio e, finalmente, la 306. Buonasera.

    “Ciao, ciao” dice il custode.

    Montebelluna

    Confondo i pullman e invece di Padova vedo neve, montagne, vigneti e un freddo sole dietro nuvole molto bianche. Arriviamo a Valdobbiadene. Ma devo tornare.

    Montebelluna, stazione ferroviaria. Un ragazzo fischia quando vado in bagno. Non so se mi sta facendo un complimento o se sta avvertendo l’altro di spostarsi dai bagni. Non ha nessuna importanza.

    Tracce di sangue nel lavandino. Cielo rosa bellissimo. Fischia anche quando esco dal bagno. Ho bisogno di un caffè.

    Notte a Padova

    Centro città. Sono in un locale dove quasi tutti prendono il vino. Bevo il caffè e la coppia accanto a me ordina la cioccolata calda. Ci sono i prezzi sulle bottiglie di vino.

    È entrato Ettore che ha tre anni. Quel tre lo fa vedere con entrambe le mani. Così ne ha anche sei. Sei bellissimo, dice la signora della cioccolata calda.

    A Dios Lo Piedo

    Mi sono rifugiata in un bar con la cioccolata calda e musica reggaeton alta, che sembra venire da molto lontano. Sento il ritmo, che mi fa stare bene. Di pomeriggio ero a Venezia. Simpatica, invernale, umida e modesta.

     “Vuole prendere qualcos’altro?” Sì, ma non qui. Mi potrebbe mettere la musica reggaeton in una bustina da asporto?

    Mi trovo nuovamente di fronte al famoso ascensore. Questa volta non vedo il calendario rosa. Vedo una donna con una bambina neonata in braccio. “Buongiorno”, mi saluta, anche se fa buio. Si prepara una camomilla, la guardo e mi sorride, come se ci conoscessimo o come se fosse contenta di vedermi. Di vedere me e di avere questa bellissima bambina con la coperta rosa, nata poche settimane fa. Buongiorno.

    Vivo il giorno regalato perché ho deciso di passare un’altra notte in questa città.

  • Punkt

    Today I’m posting my three-line poem in German.

    ein klitzekleiner Punkt in mir
    rot und gelb und hier
    verspricht Hoffnung ohne Grund

    Photo by Yolanita . on Pexels.com

  • Der Lebkuchenmann

    The assignment was a short story for the Vienna Poetry School titled “Christmas with Stephen King”

    Als junger Mann lebte ich mit meinem Hund Billy in Ellsworth, einer Kleinstadt in Maine. Ellsworth war ein Ort wie jeder andere, einer, an dem man bei der Durchfahrt nur anhielt, um im Supermarkt oder Einkaufszentrum etwas zu besorgen. Aber es war in Ordnung so, ich hatte ein angenehmes Leben. Ich fuhr einen alten Buick, mit dem ich einmal pro Woche meine Schwester und ihre Familie besuchte, arbeitete in einer Druckerei und vertrieb mir die Zeit mit dem Lösen von Kreuzworträtseln.

    In den Winterferien 1987 hatte ich Charlotte, meiner Schwester, versprochen, mit ihrem Sohn Danny zum Vergnügungspark Palace Playland an der New England Coast zu fahren. Es machte mir nichts aus. Danny war ein ruhiger, netter Junge. Er sprach seit Wochen von Joyland, wie er den Vergnügungspark nannte, und zeigte uns den Werbeprospekt. Diesen zierte ein grässlicher Clown mit blutunterlaufenen, wässrigen Augen und offenem Maul mit roter Zunge.

    Danny und ich fuhren am zweiten Tag der Schulferien ins Palace Playland. Der Junge trug eine alberne Kappe mit einem Propeller, den er ständig drehte. „Verdammt schwer, noch einen guten Parkplatz zu finden“, sagte ich. Danny hörte nicht zu, er starrte auf einen Punkt vor sich und rutschte aufgeregt auf dem Autositz hin und her.

    Wir besuchten die zu dieser Jahreszeit, wie wahrscheinlich zu jeder, überlaufenen Fahrgeschäfte, aßen Hotdogs, klebrige Zuckerwatte und stellten uns beim Spiegelkabinett an. Als ich die Karten kaufen wollte, gingen immer mehr Menschen in Richtung des Zirkuszelts in der hinteren Ecke des Vergnügungsparks. „Komm, komm schnell, Onkel Henry!“ rief Danny. Bevor ich etwas erwidern konnte, verschwand er in der Menge. Ich folgte ihm, die rosa Karten noch in der Hand. Aber ich konnte Danny nicht sehen. Allein der Gedanke, ihm nachzulaufen, erschöpfte mich.

    Ich schritt auf das rote Zelt zu, suchte einen Weg durch die Menge und da sah ich ihn. Danny, der gebannt einen Mann anstarrte. War es ein Mann? Die Figur in der Mitte des Zelts war irgendwie anders. Es war ein Lebkuchenmann. Allerdings sah es nicht nach einem Lebkuchenkostüm aus, sondern als wäre seine Haut, als wäre er im Ganzen, aus Lebkuchen. Die Kinder und Eltern jubelten und schrien. Da warf ein rotbäckiges Mädchen zwanzig Dollar in die Holzkiste vor ihm. Der weihnachtlich dekorierte Lebkuchenmann drehte den Kopf, hob seinen Arm und biss ein Stück davon ab. Er verzog das Lebkuchengesicht zu einem stummen Schrei, der aus einer weißen Zuckerkringel bestand und ein O bildete. Was ging hier vor? Ich wollte Danny wegbringen, doch der Junge fixierte den Lebkuchenmann weiterhin. Das Schild zeigte nun „30 Dollar einwerfen“ und ein junger Mann mit Regenstiefeln warf sie ein. Der Lebkuchenmann biss sich ein Stück aus dem linken Arm, woraufhin der Unterarm nur noch lose baumelte, und machte wieder sein Zuckerkringelgesicht.

    Danny blickte den Lebkuchenmann mit einem mitleidigen Ausdruck an. „Sir! Sir, bitte hören Sie auf!“, rief er mit piepsiger Stimme. Dann sah er zu mir. „Wir haben Geld, hier bitte“. Er drehte seine bunte Propellerkappe um, warf Münzen hinein und kam zu mir. Widerwillig – das schöne Weihnachtsgeld der Druckerei, all die Kekse und die Flasche Whiskey, die ich schon vor mir sah – gab ich dem Jungen die Scheine, die ich bei mir hatte. Danny lief zum bunt verzierten Lebkuchenmann, nahm ihn an dem Arm, von dem weniger abgebissen war (auch wenn das schwer zu entscheiden war) und zog ihn hinaus aus der Menge in die Kälte. Der Lebkuchenmann blieb stumm, umklammerte die Kappe mit seinen braunen Lebkuchenhänden, die wie Fäustlinge waren, und ging dann langsam hinkend davon.

    Keuchend kam ich hinaus zu Danny. „Meine Güte!“ Danny sah mich nachdenklich an. Er schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Ganz alleine“, sagte er schließlich.

    Ich musterte das Kind, das vor mir stand, mit seinen bunten Knöpfen auf der Jacke und den hellbraunen Haaren, noch warm und plattgedrückt von der Kappe. „Sprichst du vom Lebkuchenmann?“ Doch der Junge zuckte mit den Schultern und sah mich nicht an. „Deiner Mutter erzählen wir jedenfalls fürs Erste nichts von der Angelegenheit. Das kannst du doch für dich behalten, ja, Danny?“ Danny nickte geistesabwesend und schien mit kleinen, zusammengekniffenen Augen den Lebkuchenmann zu suchen. „Onkel Henry, ich möchte jetzt beim Lebkuchenmann sein.“ „Du hast ihm geholfen, ihm vielleicht das Leben gerettet. Falls ein Lebkuchen ein Leben hat. Aber wir sollten uns jetzt auf den Weg machen.“ Danny blickte zu Boden und streckte die blasse Unterlippe hervor. Wie in einer Art unförmigem Tanz, bei dem ich führte, schob ich den Jungen zum Ausgang. Er leistete keinen Widerstand, tanzte auf seine Art mit kleinen Schritten mit, drehte den Hals aber auf unnatürliche Weise, um die Gegend, in der er den hinkenden Lebkuchenmann vermutete, keine Sekunde aus den Augen zu lassen.

    Im Auto schwieg Danny und es sollte mir recht sein. Ich war ermüdet von der langen Fahrt, den Hochschaubahnen und dem grässlichen Vorfall im Zirkuszelt. All diese schreienden Menschen. Das erschrockene Zuckerkringelgesicht des Lebkuchenmannes ging mir nicht mehr aus dem Kopf und Danny schien es genauso zu gehen. Ich konnte es nicht erwarten, in Ellsworth anzukommen, wo Billy bereits auf mich warten würde.

    Nachts hatte ich unruhige Träume und gegen drei Uhr schrillte das Telefon. „Henry, Henry, komm bitte zu uns.“ Es war Charlotte. Bei meiner Schwester angekommen, ging ich mit dem Hund die etwas morschen und vom Regen ergrauten Treppen ihrer Veranda hoch und läutete an. Niemand öffnete mir. Ich klopfte, woraufhin Billy wie wild bellte, doch weiterhin kam niemand. „Charly!“ Mit einem unguten Gefühl ging ich zur Hintertür, griff zum Ersatzschlüssel unter dem dürren Rosenstock und öffnete sie. Billy winselte, als wir das Haus betraten. Überall roch es nach Lebkuchen, Honig und Weihnachtsbäckerei. Charlotte saß mit weit aufgerissenen Augen auf ihrem Bett. „Sieh selbst“, sagte sie und deutete zur Küche. Langsam trat ich ein. Vor mir stand Danny in seinem Nachtgewand, verschwitzt und schmutzig. Auf jeder freien Ablage, auf dem Küchentisch bis hin zu allen Stühlen waren riesige Lebkuchenstücke verteilt. Sie waren kindlich mit bunter Lebensmittelfarbe und Backstreuseln verziert. Auf der Herdplatte lag ein Mädchenkopf aus Lebkuchen, der mich anlächelte. Die Füße, die sich noch auf dem kleinen Tischchen befanden, stampften leicht auf. Angsterfüllt blicke ich zum Backofen. Welcher Teil sich wohl darin befand? Da schoss plötzlich Billy ins Zimmer und biss in ein Lebkuchenbein. „Nein Billy! Nein! Böser Junge!“, rief ich, während Danny den Mund zu einem stummen Schrei aufriss. Mit dem Bein im Maul lief Billy wie ein Blitz durch die Wohnung. Erst nachdem der Hund ein großes Stück verschluckt hatte, konnte ich den Rest des Lebkuchenschenkels retten. Den zuckenden Teig in der Hand fragte ich Danny, was zum Henker hier los war. Ich wollte die Antwort nicht wirklich hören.

    Danny leckte sich einen Tropfen Honig von der Hand und flüsterte: „Ich backe mir eine Schwester.“ Entgeistert sah ich das Kind an. Da betrat Charlotte den Raum und sagte mit rotem Gesicht, mehr zu sich selbst als zu mir: „Ich habe dir nie die ganze Wahrheit über Dannys Vater gesagt, Henry.“ Dann blickte sie liebevoll ihren Sohn an. „Danny kommt zum Glück nach mir.“ Mein Neffe griff mit seinen klebrigen Fingern nach meiner Hand und sagte leise, damit der Hund es nicht hörte: „Meine Schwester ist in fünfzehn Minuten fertig. Aber Billy muss diese Weihnachten wohl zu Hause bleiben.“